Schriftzug Musiksommer
St. Laurentiuskirche Markranstädt

Herzlich willkommen

auf den Seiten des Markranstädter Musiksommers!

 

Nach dem Gedenkkonzert zum Buß- und Bettag mit dem Kammerchor «Vox Humana Leipzig» unter der Leitung von Martin Krumbiegel laden wir Sie nun ganz herzlich zu unserem traditionellen Weihnachtsoratorium ein. In diesem Jahr können Sie alle sechs Kantaten am 3. Adventswochenende erleben, am Sonnabend die Kantaten 1 bis 3 und am Sonntag die Kantaten 4 bis 6. Beginn ist jeweils 15:00 Uhr. Der Kartenvorverkauf läuft bereits und für alle 1-bis-6-Interessierten gibt es ein vergünstigtes Kombi-Ticket.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Eine besinnliche Adventszeit
wünschen Ihnen
Pfarrer Michael Zemmrich und
Kantor Frank Lehmann.

Artikel in der Leipziger Volkszeitung zum „Lebendigen Adventskalender“

 
 

Rückblick

 

Abschlusskonzert des Musiksommers 2017 in St. Laurentius Markranstädt, Foto: Th. Ufert

Am 21. Oktober stand mit dem Abschlusskonzert die letzte Veranstaltung des 17. Markranstädter Musiksommer auf dem Programm.
In seiner Begrüßung brachte Pfarrer Michael Zemmrich auch ein paar Gedanken zum Reformationsjubiläum ein, denn im zweiten Teil dieses Konzertes sollte Felix Mendelssohn Bartholdys «Reformations-Sinfonie» erklingen.
Doch zu Beginn widmete sich Kantor Frank Lehmann zunächst einem ganz anderen Thema. Mit dem Vorspiel zur Oper «Hänsel und Gretel» von Engelbert Humperdinck erfüllte er vermutlich manch einem Konzertbesucher einen Herzenswunsch. Denn schon bei anderen Gelegenheiten stand dieses Stück auf dem Programm des Orchesters des Sinfonischen Musikvereins Leipzig e. V. und begeisterte seine Zuhörer – dieses Mal nun endlich auch in St. Laurentius Markranstädt.
Nach diesem heiteren Einstieg lichtete sich der Chorraum, die Streicher verblieben auf ihren Stühlen. Es folgte nun Johann Sebastian Bachs Konzert für Oboe, Streicher und Basso continuo F-Dur BWV 1053R mit dem Solisten Robert Matthes (Oboe). Das „R“ verrät, dass es sich um ein rekonstruiertes Stück handelt, nämlich nach dem Cembalokonzert E-Dur BWV 1053. Bekannt ist, dass Bach bei all der Größe seines Schaffens bei vielen Gelegenheiten sozusagen bei sich selbst „abkupferte“ und bereits komponiertes in neuen Stücken verarbeitete. So finden sich auch in diesem dreisätzigen Konzert Teile der Kantaten BWV 49 und 169 wieder. Im wahrsten Sinne ein Kontrapunkt zu Humperdincks Stück am Beginn.
Mit langem Applaus dankten die Zuhörer dem auszgezeichneten Solisten Robert Matthes und dem Orchester mit seinem Dirigenten Frank Lehmann für diesen ersten Teil des Abschlusskonzertes.

Der Altarraum füllte sich nach der Pause wieder zu großer Besetzung. Mendelssohn Bartholdys «Reformations-Sinfonie» sollte nun den großen Abschluss dieses 17. Musiksommers bilden. Heute ein viel gespieltes Werk, war zu Mendelssohns Lebzeiten der Erfolg eher nicht vergönnt. Die Sinfonie war für das 300-jährige Jubiläum der „Augsburgischen Konfession“, der von Philipp Melanchton 1530 verfassten Grundschrift des Protestantismus, komponiert worden und sollte 1830 in Leipzig uraufgeführt werden. Dies musste jedoch wegen Unruhen abgesagt werden und auch in der Folge bereitete Mendelssohn diese Sinfonie keine Freude. Ganz im Gegensatz zu der Darbietung bei diesem Musiksommer-Abschlusskonzert. Mit dem großen Schlusssatz, durchzogen von dem immer wieder anklingenden Thema des Lutherchorals „Ein veste Burg ist unser Gott“, ging der 17. Markranstädter Musiksommer zu Ende. Noch einmal gab es großen Applaus für die Mitwirkenden.

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Herbstkonzert des Musiksommers 2017 in St. Laurentius Markranstädt mit den Leipziger Professoren Andreas Sommerfeld (Bariton) und Dietmar Nawroth (Klavier), Foto: Th. Ufert

Eine Winterreise im Herbstkonzert des Markranstädter Musiksommers, das gab es in St. Laurentius so auch noch nicht. Es ging um Franz Schuberts Zyklus aus 24 Liedern zu Wilhelm Müllers Gedichten. Er arbeitete an der Vertonung von zunächst zwölf, später der weiteren Gedichte, im Todesjahr Müllers, 1827, und nur ein Jahr vor seinem eigenen Tod.
Schubert und Müller sind sich nie persönlich begegnet, heißt es. Erstmals war er auf Müller aufmerksam geworden, als er drei Jahre zuvor dessen Zyklus „Die schöne Müllerin“ vertonte. Die Gedichte der Winterreise sprachen ihn sehr an. Er glaubte, in den düsteren und wehmütigen Zeilen sein eigenes Leben wiederzuerkennen.
Es ist also kein einfaches Werk, diese „Winterreise“. Zu einem besseren Verständnis dieser Komposition wollte der Leipziger Musikwissenschaftler Thomas Kauba in seiner am Montag zuvor angesetzten Werkeinführung beitragen. Viele Interessierte waren dieser Einladung gefolgt und gewannen einen kleinen Einblick in dieses durchaus vielschichtig deutbare Werk, dessen frappierende Parallelen zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation. So nahm Pfarrer Michael Zemmrich in seiner Begrüßung noch einmal ein paar Aspekte dieser montäglichen Veranstaltung auf.
Mal düster, melancholisch aber auch kurz heiter aufblitzend sang sich Bariton Andreas Sommerfeld, am Klavier begleitet von Dietmar Nawroth, durch die keiner expliziten Handlung folgenden Lieder auf dem Weg durch eine eher trostlose Stimmung verbreitende Winterlandschaft. Erst im letzten Stück begegnet der Reisende einer menschlichen Seele, einem Leiermann. Der arme Alte, von den meisten um ihn herum unbeachtet, lässt auch die Erlösung des Reisenden in seiner Suche offen bleiben.
Ein besonderes und im besten Fall nachdenklich stimmendes Konzert ging mit viel Applaus für die beiden Künstler zu Ende.

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, Foto: Th. Ufert

Nach nunmehr 17 Auflagen des Markranstädter Musiksommers wird es schon ein wenig schwer mit Premieren. Doch gelang es Kantor Lehmann, eine solche in seiner Begrüßung der Zuhörer des diesjähringen Sommerkonzertes am 26. August anzukündigen.
Zum ersten Mal in den 17 Jahren der Veranstaltungsreihe gab es nun ein Konzert, das mit der sogenannten „Alten Musik“ angefüllt sein sollte. Das Spektrum reicht hier von mittelalterlichen Klängen über die Renaissance bis zum Barock.
Lange haben die Fans dieser Stilrichtungen – und derer waren erfreulich viele der Einladung in die St. Laurentiuskirche gefolgt – auf ein solches Konzert warten müssen.
Das Warten hatte sich aber in jedem Fall gelohnt, denn sowohl die Werkauswahl wie auch die vortragenden Künstler belohnten die Geduld.
Eingeladen war das Trio «Barockwerk Ost» mit dem Tenor Patrick Grahl, 1. Preisträger in der Kategorie Gesang beim Bachwettbewerb 2016 und dort auch Gewinner des Publikumspreises, mit Felix Görg an historischen Streichbassinstrumenten und Arve Stavran an Orgel und Cembalo, der den Konzertbesuchern in St. Laurentius kein Unbekannter mehr ist.
Zu hören gab es neben Werken von Heinrich Schütz, Georg Böhm, Andreas Hammerschmidt, und natürlich Johann Sebastian Bach auch Georg Phillip Telemanns «Ich haß und liebe zwar die Liebe» (TWV 20:55) und ausgewählte Stücke von Johann Krieger. Ein besonders interessanter Teil dieses Konzertes waren die Stücke aus dem Manuskript „Musicalische Rüstkammer auff der Harfe“ (Leipzig, 1719). In dieser Sammlung von Liedern, Arien und Tänzen finden sich z. B. viele seinerzeit beliebte Opernarien wieder, die sozusagen in 'komprimierter' Form bearbeitet wurden und so in der damaligen Zeit einen einfacheren Zugang für die Zuhörer ermöglichten. Und von tragisch bis amüsant und heiter war alles dabei, verbunden durch kurze, aber mit viel Musizierfreude vorgetragene Instrumentalsoli.
Auch überzeugte Tenor Patrick Grahl nicht nur mit seinem ausgezeichneten Gesang sondern moderierte ebenso souverän mit vielen interessanten Details durch diesen bunten musikalischen Reigen.

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Frühlingskonzert des Musiksommers 2017 in St. Laurentius Markranstädt mit dem Duo Fehse & Wilfert, Foto: Th. Ufert

Dieser 10. Juni hielt so einige Veranstaltungen in Leipzig und Umgebung bereit und auch das Wetter meinte es gut. Dennoch hatten sich offenbare Kenner der Kombination Orgel und Trompete recht zahlreich in der St. Laurentiuskirche eingefunden, um den beiden Musikern Toni Fehse (Trompete) und Jonas Wilfert (Orgel) zu lauschen.
Mit „Die Glanzvolle & die Königin“ war dieses Frühlingskonzert untertitelt und nach der Begrüßung durch Pfarrer Michael Zemmrich ging es auch gleich mit einem königlich anmutenden Werk an den Start. Die kurze Fanfare hatte der französische Komponist Paul Dukas seiner Tanzdichtung «La Péri» vorangestellt. In dieser mytischen Geschichte begibt sich ein König, der seine Jugend dahinschwinden sieht, auf die Suche nach der Blume der ewigen Jugend. Es sei verraten, dass es – wie im wahren Leben – kein Happy End gibt.
In Frankreich bleibend reiste das Duo zurück in die Barockzeit mit der Sonate in F-Dur von Jean-Baptiste Buterne (1650-1727), der u. a. Organist an Saint-Étienne-du-Mont in Paris war. Nach einem zauberhaften Wiegenlied von Vassily Brandt (1869-1923), der als Gründer der russischen Trompetenschule gilt, und einem Bourrée des englischen Organisten und Komponisten Arthur William Marchant (1850-1921) weckte das darauffolgende Stück besonders großes Interesse – der feierliche «Zug zum Münster» aus Wagners „Lohengrin“.
Danach erklang der erste Bach mit Toccata und Fuge d-Moll BWV 565, um der Orgel auch einen Solopart einzuräumen. Eingebettet in zwei klassische Barockwerke, einer Suite von Händel und dem «Air» aus der 3. Orchestersuite von Bach, erklang eine Bearbeitung der Sonate Es-Dur op. 18 des dänischen Trompeters und Komponisten Thorvald Hansen (1847-1915), der in jungen Jahren erst über andere Musikinstrumente zur Trompete fand. Den Abschluss bildete das «Postludio festivo» aus Sigfrid Karg-Elerts op. 142,1 – ebenfalls bearbeitet für Orgel und Trompete.
Nach dem Applaus gab es noch die gemeinsam mundgeblasene Eurovisionsfanfare, eigentlich das Hauptthema aus dem Präludium des «Te Deum» von Marc-Antoine Charpentier, als Abschiedsgruß.
Allen, die mehr von diesen Bearbeitungen hören möchten, sei die Ende September unter dem Titel „Romantische Transkriptionen“ erscheinende CD des Duos ans Herz gelegt.

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Eröffnungskonzert des Musiksommers 2017 in St. Laurentius Markranstädt, Foto: Th. Ufert

Am 13. Mai startete mit dem Eröffnungskonzert der 17. Markranstädter Musiksommer.
Zu Beginn erklangen zwei kurze Werke aus Franz Schuberts Schauspielmusik zu „Rosamunde“. Sie stimmten auf ein luftig leichtes, beihnahe sommerliches Konzert ein und besonders die Ballettmusik Nr. 2 dürfte als Klassiker vielen zum Ohrwurm geworden sein.

Danach betrat Solist Aitzol Iturriagagoitia den Altarraum. Es folgte nun das erste Mendelssohn-Bartholdy-Werk dieser Musiksommer-Eröffnung, das Konzert e-Moll für Violine und Orchester Opus 64. Dieses Stück klassisches Repertoire verkörpert in besonderer Weise Mendelssohns romantischen Kompositionsstil und die nahtlos ineinander übergehenden Sätze machen es zu einem runden Hörgenuss. Und mit dem von der erstklassigen Darbietung des Solisten beflügelten Orchester des Sinfonischen Musikvereins Leipzig stellte sich dieser zweifelsohne ein. Mit lang anhaltendem Applaus rangen die Konzertbesucher dem Solisten schließlich eine Zugabe ab. Der hatte sich dafür das Presto aus Bachs g-Moll-Sonate ausgesucht.

Nach der Pause stand nun das zweite Stück Mendelssohn Bartholdys auf dem Programm. Die Noten der Sinfonie Nr. 4 A-Dur Opus 90 lagen bereit. Die mit „Italienische“ untertitelte Sinfonie vermittelt denn auch die einem Italiener gern zugeschriebene Leichtigkeit und Lebensfreude. Dies bewog sogar einen Konzern dazu, seinen Mineralwasser-Werbespot mit den Anfangstakten jener Sinfonie zu untermalen.
Über eine Absatzsteigerung des Mineralwassers ist wohl wenig bekannt, über die Beliebtheit der Sinfonie aber schon. Auch wenn Mendelssohn, wie zu lesen war, selbst lange nicht zufrieden war mit seinem Werk und viele Änderungen vornahm, so erfreut sich die 4. heute einer regelmäßigen Aufführung.
Die Musikerinnen und Musiker um Dirigent Frank Lehmann bewiesen mit ihrem Spiel erneut den künstlerischen Anspruch, dem sie sich über das einfache gemeinsame Musizieren in einem Laienorchester hinaus verschrieben haben. Honoriert wurde dies einmal mehr mit großem Applaus der Konzertbesucher und so traute sich auch die Sonne nach einer rundum gelungenen Musiksommer-Eröffnung noch einmal hinter den dunklen Wolken hervor.

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Johannes-Passion in St. Laurentius Markranstädt 2017, Foto: Th. Ufert

Nach 2008 erklang sie wieder in der St. Laurentiuskirche im Konzert zur Passionszeit – Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion BWV 245. Seinerzeit gastierte die Capella Fidicinia in unserer Kirche, dieses Mal erklang Bachs Werk unter eigener Beteiligung.

Die Kantorei Markranstädt hatte sich, verstärkt durch weitere Sängerinnen und Sänger, den Herausforderungen dieses großen Werkes gestellt. Gemeinsam mit den Solistinnen Heike Richter (Sopran), Claudia Maria Laule (Alt), den Solisten Kim Schrader (Tenor), Dirk Schmidt (Bass), Gun Wook Lee (Bass), der für den kurzfristig erkrankten Stephan Heinemann eingesprungen war, und dem Laurentiusorchester gestalteten sie ein bewegendes Musikerlebnis.

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Für die Förderung bzw. Unterstützung des Markranstädter Musiksommers danken wir:

der Stadt Markranstädt, dem Kulturraum Leipziger Raum, dem Möbelhaus Markranstädt,
dem Förderverein zur Erhaltung der St. Laurentiuskirche e. V. und natürlich Ihnen als unsere Konzertbesucher.